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Alle Details, Diskussionen und Beispiele direkt von Jan & Olaf Mehlhose.
Vereinigte Arabische Emirate: Dubai und Abu Dhabi als globale Auswanderer-Hotspots
Kaum ein Auswanderungsziel dominiert die Schlagzeilen so sehr wie die Vereinigten Arabischen Emirate – und das aus gutem Grund. Die VAE sind mittlerweile das weltweit beliebteste Ziel für Millionäre, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen. Allein im vergangenen Jahr zogen rund 2.000 Deutsche in die Emirate, Tendenz steigend. Der Haupttreiber ist klar: die steuerliche Attraktivität.
In den VAE zahlen Privatpersonen keine Einkommensteuer und keine Steuer auf Auslandseinnahmen. Für Unternehmen wurde zwar eine Körperschaftsteuer von 9 % eingeführt, doch im internationalen Vergleich ist das immer noch ausgesprochen niedrig. Kapitalertragssteuer? Fehlanzeige. Für Selbstständige und Unternehmer, die ihr Einkommen hauptsächlich digital oder über internationale Strukturen erzielen, ist das eine enorme finanzielle Erleichterung.
Dubai ist naturgemäß das bekannteste Ziel innerhalb der Emirate. Die Stadt zieht vor allem Expats an und gilt als einer der dynamischsten Geschäftsstandorte der Welt. Das Nachtleben, die Infrastruktur und das internationale Umfeld machen Dubai für viele junge Unternehmer und Freiberufler besonders attraktiv. Wer hingegen Wert auf eine etwas geerdetere Atmosphäre legt, der schaut sich Abu Dhabi an: Die Hauptstadt der VAE ist ruhiger, hat noch einen größeren Anteil einheimischer Bevölkerung und gilt laut internationalen Rankings als die sicherste Stadt der Welt – Dubai belegt Platz zwei.
Ein entscheidender Faktor für Familien ist die Schulbildung. Internationale Schulen in Dubai und Abu Dhabi sind von sehr hoher Qualität – allerdings auch entsprechend teuer. Eltern sollten mit Schulgebühren von rund 2.000 bis 3.000 Euro pro Monat und Kind rechnen. Dafür bieten viele Schulen westliche Lehrpläne und Abschlüsse an, die weltweit anerkannt sind. Internationale Universitäten wie die NYU Abu Dhabi oder die Sorbonne haben zudem Ableger in den Emiraten gegründet.
Was viele überrascht: Das Wetter in den VAE ist nicht das ganze Jahr über unerträglich heiß. Im Sommer können die Temperaturen zwar über 50 Grad Celsius steigen, doch von November bis Januar ist das Klima angenehm warm – T-Shirt-Wetter bei milden Temperaturen. Das Leben in den Sommermonaten spielt sich überwiegend in klimatisierten Malls und Innenräumen ab, was für manche ein Nachteil, für andere ein völlig akzeptabler Lebensstil ist. Wer die VAE in Betracht zieht, sollte sich außerdem bewusst sein, dass es sich um eine Monarchie handelt: Meinungsfreiheit und demokratische Strukturen existieren in der westlichen Form nicht. Wer sich an die gesellschaftlichen Spielregeln hält, lebt jedoch sicher und frei.
Oman: Der unterschätzte Geheimtipp auf der Arabischen Halbinsel
Wer die VAE kennt, aber das glitzernde Großstadtleben von Dubai oder Abu Dhabi als zu intensiv empfindet, dem sei Oman als ruhigere Alternative empfohlen. Das Sultanat im Südosten der Arabischen Halbinsel gilt unter Expats als echter Geheimtipp – und das, obwohl es nahezu alle steuerlichen Vorteile seiner Nachbarstaaten bietet.
Auch in Oman zahlen Privatpersonen keine Einkommensteuer auf Auslandseinnahmen. Das Steuersystem ist für international tätige Selbstständige und Unternehmer äußerst vorteilhaft, vergleichbar mit dem der VAE. Der entscheidende Unterschied liegt in der Atmosphäre: Oman ist familiärer, ruhiger und weniger auf Hochglanz getrimmt als Dubai. Wer keine riesigen Hochhäuser, überfüllte Malls und ein überhitztes Nachtleben sucht, sondern ein gesittetes, sicheres Umfeld mit hohem Lebensstandard, findet in Oman genau das.
Die Expat-Community in Oman wächst stetig, und das Land ist zunehmend auf internationale Fachkräfte und Unternehmer ausgerichtet. Die Infrastruktur befindet sich auf einem hohen Niveau, und auch hier sind internationale Schulen und Bildungseinrichtungen vorhanden. Familien schätzen besonders die entspannte Atmosphäre und das ausgeprägte Sicherheitsgefühl.
Wie die VAE ist auch Oman eine Monarchie und ein islamisch geprägtes Land. Wer dorthin zieht, sollte sich mit den kulturellen Gepflogenheiten vertraut machen. Die Landschaft bietet vor allem Wüste, Küste und zunehmend moderne Stadtentwicklungen – üppige grüne Wälder wie im Bayerischen Wald sucht man vergeblich. Für jene, die ein ruhigeres Leben in einem steuerlich attraktiven und sicheren Land suchen, ist Oman eine ernstzunehmende Option, die im deutschsprachigen Raum noch deutlich zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.
Malaysia: Das asiatische Land mit westlichem Flair und null Steuer auf Auslandseinkommen
Verlassen wir die arabische Halbinsel und tauchen ein in Südostasien: Malaysia ist eines der attraktivsten Auswanderungsziele in ganz Asien – besonders für Deutsche, die sich ein modernes, kosmopolitisches Lebensumfeld mit tropischem Klima wünschen. Der bekannte englischsprachige Podcast „Nomad Capitalist" bezeichnet Malaysia gerne als „die Vereinigten Staaten von Asien" – gemeint ist damit, dass sich westliche Auswanderer hier besonders schnell und unkompliziert zurechtfinden.
Steuerlich ist Malaysia ebenfalls ausgesprochen attraktiv: Auslandseinnahmen sind steuerfrei, und es gibt keine Kapitalertragssteuer. Aktiengewinne und andere Kapitalerträge aus dem Ausland bleiben unbelastet. Damit reiht sich Malaysia nahtlos in die Gruppe der steuerlich vorteilhaftesten Auswanderungsländer Asiens ein.
Kuala Lumpur, die Hauptstadt, ist eine pulserende Metropole mit erstklassiger Infrastruktur, erschwinglichen Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Dubai oder Singapur, und einer gut entwickelten Expat-Community. Hochwertige Restaurants, internationale Schulen, moderne Krankenhäuser und schnelles Internet sind selbstverständlich. Gleichzeitig bietet Malaysia mit seinen Stränden, Regenurwäldern und kulturellen Vielfalt (Malaien, Chinesen, Inder und viele westliche Expats leben Seite an Seite) einen Lebensstandard, der viele überrascht.
Malaysia ist außerdem ein muslimisch geprägtes Land, aber verglichen mit den Golfstaaten deutlich liberaler und multikultureller. Englisch ist weit verbreitet und wird in Geschäftswelt, Bildung und Alltag aktiv genutzt – ein großer Vorteil für Deutsche, die noch kein Malaiisch oder Mandarin sprechen. Das spezielle Langzeitvisum „MM2H" (Malaysia My Second Home) ermöglicht es Ausländern unter bestimmten Bedingungen, dauerhaft im Land zu leben, ohne arbeiten zu müssen.
Für digitale Nomaden, Freelancer und Unternehmer ist Malaysia eine der überzeugendsten Optionen in Asien: Es verbindet tropischen Lebensstil mit einer modernen, gut vernetzten Umgebung, niedrigen Lebenshaltungskosten und einem außerordentlich günstigen Steuersystem.
Weitere Top-Destinationen in Asien: Warum die Region so attraktiv für Deutsche ist
Die arabischen Emirate, Oman und Malaysia sind drei starke Argumente für Asien – doch das Potenzial des Kontinents geht weit darüber hinaus. Mehrere weitere asiatische Länder haben sich in den letzten Jahren als ernst zu nehmende Auswanderungsziele für deutschsprachige Selbstständige und Unternehmer etabliert, nicht zuletzt wegen ihrer null oder sehr niedrigen Steuerquoten auf Auslandseinkünfte.
Was nahezu alle attraktiven asiatischen Auswanderungsländer gemeinsam haben: keine Steuer auf Auslandseinnahmen, keine Kapitalertragssteuer und eine wachsende internationale Infrastruktur. Dieses Muster zieht sich von den Golfstaaten über Malaysia bis hin zu weiteren südostasiatischen Ländern. Für Unternehmer, die ihr Einkommen über internationale Holding-Strukturen oder als digitale Dienstleister erzielen, sind das ideale Rahmenbedingungen.
Darüber hinaus punktet Asien mit einer enormen Vielfalt an Lebensstilen: Ob du das urbane Hightech-Leben in einer Megametropole bevorzugst, das entspannte Strandleben in den Tropen oder die ruhige Wüstenatmosphäre auf der arabischen Halbinsel – der Kontinent bietet für fast jedes Profil das passende Umfeld. Die Sicherheitslage in vielen dieser Länder ist hervorragend: Abu Dhabi und Dubai gelten als die sichersten Städte der Welt, Malaysia und andere südostasiatische Metropolen ziehen nach.
Ein weiterer Vorteil: Die Zeitzone. Viele asiatische Länder liegen nur wenige Stunden vor der europäischen Zeit, was die Zusammenarbeit mit deutschen Kunden oder Partnern deutlich erleichtert als etwa ein Standort in Amerika oder Australien. Gerade für Unternehmer, die weiterhin starke Geschäftsbeziehungen nach Deutschland unterhalten, ist das ein nicht zu unterschätzender praktischer Vorteil.
Wichtig zu betonen ist: Ein Umzug nach Asien bedeutet nicht zwangsläufig das Ende aller Verbindungen nach Deutschland. Viele Deutsche, die in die VAE, Malaysia oder andere asiatische Länder auswandern, pflegen weiterhin enge Geschäftskontakte in der DACH-Region. Entscheidend ist, dass der steuerliche Wohnsitz klar und rechtssicher verlagert wird – was eine sorgfältige Planung und ggf. professionelle Begleitung erfordert.
Häufige Fragen
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